Heizung für Minihaus

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Heizung für Minihaus

Beitragvon minihausbauers » Mo Feb 11, 2013 6:14 pm

Hallo Zusammen.

Wir planen, ein Minihaus zu bauen und wissen nicht recht, wie wir es heizen sollen.
Was uns vorschwebt, ist ein 40
Quadratmeter-Minihaus auf Punktfundamenten, ähnlich dem Microhouse von
Oliver R. (http://www.microhouse.at), jedoch mit mehr Fensterflächen.

Könnt Ihr uns eine Empfehlung für ein Heizsystem machen? Das Ganze sollte möglichst günstig
und einfach sein und wir haben noch keine Idee, was es alles gibt (in
unserer Größenordnung) und was Sinn macht.

Warmes Wasser brauchen wir nicht unbedingt (Wir leben derzeit auch
ohne), aber eine Badewanne wäre schon toll - vielleicht könnte man diese
ganz ohne Wärmespeicher mit einem wassergeführten Kamin beheizen (Quasi
Wanne mit kaltem Wasser volllaufen lassen - im Wasser liegen der Eingang
und der Ausgang eines offenen Rohrkreises, der durch den Kamin geht -
falls sowas keine Punkte braucht und nicht kaputt geht, wenn kein Wasser
drinnen ist, der Kamin jedoch an). Im Sommer könnte man draußen Baden
und das Wasser mit einem Wärmetauscher in einem offenen Feuer aufheizen
(oder einen ganz einfachen Solarkollektor).

Ansonsten fänden wir eine Fußbodenheizung ganz toll, aber die wird uns
im Winter einfrieren, wenn mir mal Urlaub machen (denken wir). Kennst Du
Fußbodenheizungen, die quasi warme Luft anstatt Wasser durch ein
geschlossenes System pusten, die im Kamin aufgeheizt wird? Braucht man
dann nicht wiederum einen großen Kachelofen, der für so ein kleines Haus
völlig überdimensioniert wäre?

Grundlage unserer Überlegung ist es, einfach nur einen Kamin in den Raum
zu stellen und fertig. Aber wir fragen uns, ob man damit nicht auch noch
eben irgendwie eine Fußbodenheizung mitbetreiben könnte (der Frost
nichts ausmacht) und vielleicht noch einmal die Woche ein heißes Bad
füllen kann?
minihausbauers
 
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Re: Heizung für Minihaus

Beitragvon el muchacho » Di Feb 12, 2013 9:19 am

Hallo Minihausbauers,

minihausbauers hat geschrieben:Wir planen, ein Minihaus zu bauen .... jedoch mit mehr Fensterflächen.


Hier muss man aufpassen, dass das Haus nicht im Sommer hoffnungslos überhitzt! Fensterflächen sind vor allem nach Westen gefährlich. Richtung Süden und vielleicht sogar etwas Dachvorsprung etc. steht die Sonne so hoch, dass man weniger Problem hat. Im Winter, wenn die Sonne niedrig steht hat man dafür den vollen solaren Ertrag. Minihäuser sind deswegen besonders gefährdet, weil sie meist in "Extremleichtbauweise" durchgeführt werden, und so keine Speichermasse bieten.

minihausbauers hat geschrieben:Könnt Ihr uns eine Empfehlung für ein Heizsystem machen? Das Ganze sollte möglichst günstig
und einfach sein und wir haben noch keine Idee, was es alles gibt (in
unserer Größenordnung) und was Sinn macht.

Warmes Wasser brauchen wir nicht unbedingt (Wir leben derzeit auch
ohne), aber eine Badewanne wäre schon toll - vielleicht könnte man diese
ganz ohne Wärmespeicher mit einem wassergeführten Kamin beheizen (Quasi
Wanne mit kaltem Wasser volllaufen lassen - im Wasser liegen der Eingang
und der Ausgang eines offenen Rohrkreises, der durch den Kamin geht -
falls sowas keine Punkte braucht und nicht kaputt geht, wenn kein Wasser
drinnen ist, der Kamin jedoch an). Im Sommer könnte man draußen Baden
und das Wasser mit einem Wärmetauscher in einem offenen Feuer aufheizen
(oder einen ganz einfachen Solarkollektor).


Klingt nach einer interessanten Bastelarbeit ;-) Liegt dann vor allem an deinem Geschick wie gut das wird. Wasser mit Feuer erwärmen birgt auch prinzipielle Gefahren. Wassergeführte Kamine sind fast immer die, von denen man in der Zeitung liest, wenn wieder mal etwas in die Luft geflogen ist. Als Sicherheitsmassnahme ist hier eine automatische Notkühlung mit kaltem Wasser vorzusehen. Überdruckventil etc. reicht nicht ! Alternative wäre ein druckfreies, offenes System. Trotzdem für ein Minihaus alles recht aufwändig.

Fürs freie hab ich mal ein Projekt mit einem Lagerfeuer beheizten Whirlpool gesehen, finde aber leider den Link nicht mehr.

Ich persönlich würde so aus der Ferne geschätzt eine Luftwärmepumpe nehmen. Bin zwar kein Luftwärmepumpenfan, aber anscheinend bringen diese Dinger mittlerweile recht gute Leistungswerte und aus deinem Mail weiss ich ja wo du herkommst, das Klima ist dort sicher ganz gut geeignet. Relativ günstig in der Anschaffung und toller Komfort. Kein Kamin etc. In einem Minihaus so etwas zu verbauen wie du andenkst ist schon ein enormer Aufwand. Eine Lüftwärmepumpe ist ein Kasten, den du draussen hinstellen kannst und fertig....

minihausbauers hat geschrieben:Ansonsten fänden wir eine Fußbodenheizung ganz toll, aber die wird uns
im Winter einfrieren, wenn mir mal Urlaub machen (denken wir). Kennst Du
Fußbodenheizungen, die quasi warme Luft anstatt Wasser durch ein
geschlossenes System pusten, die im Kamin aufgeheizt wird? Braucht man
dann nicht wiederum einen großen Kachelofen, der für so ein kleines Haus
völlig überdimensioniert wäre?


Fussbodenheizung ist super und gerade bei Wärmepumpe ohnehin sehr empfehlenswert. Daraus folgt dann auch ein Estrich, was auch gut wäre (Speichermasse). Mit Luft geht so was nicht, weil Luft viel zu wenig Wärmeenergie speichern kann. Selbst ältere Passivhäuser, bei denen man geringe Mengen Restwärme braucht hat man früher versucht über die Lüftung zu heizen und das hat auch nicht ordentlich geklappt. Ist also völlig unmöglich. Wenn du dein Haus im Urlaub einfrieren lassen willst, dann hast du auch mit allen Wasserleitungen ein Problem. Es ist nur extrem wenig Energie nötig um ein Haus frostfrei zu halten. Mit einer automatischen Heizung wie der Wärmepumpe heizt du frostfrei, hast keinen Stress wegen Leitungen abfrieren und hast eine ordentliche wassergeführte Heizanlage.

minihausbauers hat geschrieben:Grundlage unserer Überlegung ist es, einfach nur einen Kamin in den Raum
zu stellen und fertig. Aber wir fragen uns, ob man damit nicht auch noch
eben irgendwie eine Fußbodenheizung mitbetreiben könnte (der Frost
nichts ausmacht) und vielleicht noch einmal die Woche ein heißes Bad
füllen kann?


Für ein Minihaus reicht dir natürlich ein zentraler Ofen und vom Konzept her ist das ja eine super Sache. Fussbodenheizung würde ich aber dann streichen. Und fürs Warmwasser gibt es auch eigene Wärmepumpen nur für die Warmwasserbereitung, auch so was könnte man überlegen.

Viel Erfolg bei euren Überlegungen und haltet uns auf dem Laufenden !!
LG
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Re: Heizung für Minihaus

Beitragvon minihausbauers » Di Feb 12, 2013 3:47 pm

el muchacho hat geschrieben:
minihausbauers hat geschrieben:Wir planen, ein Minihaus zu bauen .... jedoch mit mehr Fensterflächen.

Hier muss man aufpassen, dass das Haus nicht im Sommer hoffnungslos überhitzt! Fensterflächen sind vor allem nach Westen gefährlich. Richtung Süden und vielleicht sogar etwas Dachvorsprung etc. steht die Sonne so hoch, dass man weniger Problem hat. Im Winter, wenn die Sonne niedrig steht hat man dafür den vollen solaren Ertrag. Minihäuser sind deswegen besonders gefährdet, weil sie meist in "Extremleichtbauweise" durchgeführt werden, und so keine Speichermasse bieten.


Wir wohnen derzeit in einem Wohnwagen und kennen das Problem quasi in Extremform. Aber wir wollen nirgends wohnen, wo wir nicht ringsum rausschauen können und so wie jetzt das Gefühl haben, praktisch draußen zu sein. Natürlich setzen uns hier unser kleines Budget und vielleicht irgendwelche U-Wert-Mindestanforderungen womöglich Grenzen. Aber für gegen die Sommersonne finden wir dann schon eine Lösung, wenn es nur die Fenster sind, durch die sie uns braten möchte.

el muchacho hat geschrieben:Wasser mit Feuer erwärmen birgt auch prinzipielle Gefahren. Wassergeführte Kamine sind fast immer die, von denen man in der Zeitung liest, wenn wieder mal etwas in die Luft geflogen ist.


In dem Fall wär doch gar kein Druck drauf.

el muchacho hat geschrieben:Fürs freie hab ich mal ein Projekt mit einem Lagerfeuer beheizten Whirlpool gesehen, finde aber leider den Link nicht mehr.


Ja, wir haben vor ein paar Jahren auch eine Fotodokumentation von einem selbstgebauten Whirlpool im Waschzuber in einem Forum gesehen, finden es aber nicht mehr. Waren aber nur ein paar zu einem Rost (sozusagen) zusammengelötete Kupferrohre, die im Feuer lagen und als offenes System das Badewasser angesaugt und aufgeheizt haben. Wie das allerdings umgewälzt wurde, weiß ich nicht.

el muchacho hat geschrieben:Ich persönlich würde so aus der Ferne geschätzt eine Luftwärmepumpe nehmen. Bin zwar kein Luftwärmepumpenfan, aber anscheinend bringen diese Dinger mittlerweile recht gute Leistungswerte und aus deinem Mail weiss ich ja wo du herkommst, das Klima ist dort sicher ganz gut geeignet. Relativ günstig in der Anschaffung und toller Komfort.


Was ich gehört habe, gehen diese Luftwärmepumpen so bei 6.000 Euro los und bringen im Winter schlechte Erträge, weil die Luft natürlich gerade dann sehr kalt ist. Wasser/ oder Boden/Wasser-Pumpen sind entsprechend noch teurer. Also so ganz überzeugt uns das nicht.

el muchacho hat geschrieben:Fussbodenheizung ist super und gerade bei Wärmepumpe ohnehin sehr empfehlenswert. Daraus folgt dann auch ein Estrich, was auch gut wäre (Speichermasse). Mit Luft geht so was nicht, weil Luft viel zu wenig Wärmeenergie speichern kann. Selbst ältere Passivhäuser, bei denen man geringe Mengen Restwärme braucht hat man früher versucht über die Lüftung zu heizen und das hat auch nicht ordentlich geklappt. Ist also völlig unmöglich.


Wir möchten einen Holzboden (Dielen oder OSB oder so). Und das mit der Luft-FBH scheint und auch eher utopisch.

el muchacho hat geschrieben:Wenn du dein Haus im Urlaub einfrieren lassen willst, dann hast du auch mit allen Wasserleitungen ein Problem. Es ist nur extrem wenig Energie nötig um ein Haus frostfrei zu halten. Mit einer automatischen Heizung wie der Wärmepumpe heizt du frostfrei, hast keinen Stress wegen Leitungen abfrieren und hast eine ordentliche wassergeführte Heizanlage.


"Ordentliche wassergeführte Heizanlage" heißt Pufferspeicher, Umwälzpumpe, Druckausgleich uns was weiß ich noch alles. Also irgendwie überzeugt uns das nicht. Die Wasserleitungen (Brauchwasser) können wir so anlegen, dass wir sie einfach ablassen können. Für die Siphons sollte das auch irgendwie lösbar sein. Betrifft eigentlich nur das Bad (Toilette) und das kann man vielleicht irgendwie elektrisch frostfrei halten.

el muchacho hat geschrieben:Für ein Minihaus reicht dir natürlich ein zentraler Ofen und vom Konzept her ist das ja eine super Sache. Fussbodenheizung würde ich aber dann streichen. Und fürs Warmwasser gibt es auch eigene Wärmepumpen nur für die Warmwasserbereitung, auch so was könnte man überlegen.


Momentan tendieren wir zu zentralem Kamin oder Ofen oder Küchenhexe, dazu elektrische Fußbodenheizung in vier verschiedenen Bereichen jeweils getrennt einschalt- oder einstellbar. Warmes Wasser zum Baden/Duschen mit elektrischem Durchlauferhitzer erwärmen. Das hat minimale Anschaffungskosten und ein Minimum an Technik im Haus. Unsicher sind wir allerdings, ob der betrieb nicht arg teuer ist.

el muchacho hat geschrieben:Viel Erfolg bei euren Überlegungen und haltet uns auf dem Laufenden !!


Danke und ja, machen wir.
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Re: Heizung für Minihaus

Beitragvon el muchacho » Di Feb 12, 2013 11:28 pm

minihausbauers hat geschrieben:Wir wohnen derzeit in einem Wohnwagen und kennen das Problem quasi in Extremform.


WOW !

minihausbauers hat geschrieben:In dem Fall wär doch gar kein Druck drauf.

Du meinst beim offenen System? Das ist richtig und für euren Fall sicher die einfachere Möglichkeit. Aber eigentlich glaube ich dass jede Wassergeschichte mehr Aufwand als Erfolg wird (so ohne Speicher und Pumpentechnik etc.)....

minihausbauers hat geschrieben:Ja, wir haben vor ein paar Jahren auch eine Fotodokumentation von einem selbstgebauten Whirlpool im Waschzuber in einem Forum gesehen, finden es aber nicht mehr. Waren aber nur ein paar zu einem Rost (sozusagen) zusammengelötete Kupferrohre, die im Feuer lagen und als offenes System das Badewasser angesaugt und aufgeheizt haben. Wie das allerdings umgewälzt wurde, weiß ich nicht.


Kann gut das selbe gewesen sein. Ich glaube es wurde nur mit dem "warmes Wasser steigt auf Prinzip" umgewälzt, obwohl mir das jetzt auch ein wenig schwachbrüstig vorkommt um ein grosses Whirlpool zu beheizen ???


minihausbauers hat geschrieben:Was ich gehört habe, gehen diese Luftwärmepumpen so bei 6.000 Euro los und bringen im Winter schlechte Erträge, weil die Luft natürlich gerade dann sehr kalt ist. Wasser/ oder Boden/Wasser-Pumpen sind entsprechend noch teurer. Also so ganz überzeugt uns das nicht.


Naja nicht falsch was du sagst, aber kein System ist perfekt ;-) Es brächte einfach ganz anderen Komfort mit sich, aber mir scheint das fordert ihr eh nicht so...

minihausbauers hat geschrieben:Und das mit der Luft-FBH scheint und auch eher utopisch.


Ja ! Ist es !

minihausbauers hat geschrieben:"Ordentliche wassergeführte Heizanlage" heißt Pufferspeicher, Umwälzpumpe, Druckausgleich uns was weiß ich noch alles. Also irgendwie überzeugt uns das nicht. Die Wasserleitungen (Brauchwasser) können wir so anlegen, dass wir sie einfach ablassen können. Für die Siphons sollte das auch irgendwie lösbar sein. Betrifft eigentlich nur das Bad (Toilette) und das kann man vielleicht irgendwie elektrisch frostfrei halten.

Momentan tendieren wir zu zentralem Kamin oder Ofen oder Küchenhexe, dazu elektrische Fußbodenheizung in vier verschiedenen Bereichen jeweils getrennt einschalt- oder einstellbar. Warmes Wasser zum Baden/Duschen mit elektrischem Durchlauferhitzer erwärmen. Das hat minimale Anschaffungskosten und ein Minimum an Technik im Haus. Unsicher sind wir allerdings, ob der betrieb nicht arg teuer ist.


Toll, Menschen die mit so viel Idealismus in so eine Sache gehen. Gefällt mir sehr gut, bis auf die elektrische FBH, die kann jetzt mich nicht überzeugen ;-) Ihr seid bereit so viele Kompromisse einzugehen (kein Warmwasser, Überhitzen, Holz heizen usw.) da den sinnlosen Luxus einer elektrischen FBH, noch dazu wo ihr (so wie ich das verstehe) keinen Estrich wollt, wo das dann eh nur bescheiden bis gar nicht funktioniert.... Das würd ich mir sparen.... Boden ordentlich isolieren und schöner Dielenboden, im Winter muss man halt vielleicht mal Hausschuhe anziehen, aber für Menschen die sagen sie brauchen kein Warmwasser sollte das erträglich sein ;-)

elektrische Durchlauferhitzer sind super! Billig im Betrieb würd ich sie jetzt nicht grad nennen, aber keine Speicher- und Übertragungsverluste und nur ca. schuhschachtelgross, das hat schon was.

Klingt sehr interessant, bin gespannt was das noch wird ;-) Wollt ihr dieses Jahr schon anfangen ?
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