Infrarotheizungen

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Infrarotheizungen

Beitragvon Swen » Sa Nov 10, 2012 9:39 am

Was ist mit Infrarot-Heizungen?
Einfach ein Bild aufhängen, einstecken und schon hat man eine gesunde, sehr kostensparende Strahlungswärme.
So steht’s in der Werbung.
Hat jemand Erfahrung damit?
Swen
 

Re: Infrarotheizungen

Beitragvon el muchacho » Sa Nov 10, 2012 9:44 am

Servus Swen,

diese Infrarotheizungen werden ja mit abenteuerlichen Eigenschaften beworben. Meine Meinung ist, dass das völliger Schwachsinn ist. Strahlungswärme ist zweifellos eine angenehme Sache. Man kann sich natürlich daneben setzen und das ist vielleicht dann auch angenehm, aber als Hauptheizung ist das völlig ungeeignet. Grund ist, dass es vom Energiebedarf völlig egal ist ob man Strahlungswärme oder "normale" Wärme hat. Um ein Haus zu heizen braucht man die selbe Gesamtleistung und diese mit Strom zu erzeugen ist Wahnsinn. Will man eine solche Heizung zusätzlich z.B. im Bad verwenden um sich nach dem Duschen mit Wärmestrahlung zu verwöhnen, dann ist das ok. Dafür gibt es aber auch seit den 60er Jahren diese IR-Strahler um 30 Euro. Diese hatten den Sinn etwas Strahlungswärme zu erzeugen, weil man sein Bad mit den alten Einzelöfen meist nicht mitgeheizt hat und so hielt man es auch in einem 14° Bad nackt aus. Man kann mit diesem Teil aber nicht sein Bad dauerhaft auf heute übliche Temperaturen heizen.

Ich bekomme regelmäßig so Postwurfsendungen, wo auch noch berechnet wird, dass diese Heizungen günstig wären. Völliger Blödsinn. Für eine angenehme Strahlungswärme, mit der man ein ganzes Haus heizen kann braucht man ordentlich Fläche. Selbst der ganze Fussboden reicht bei schlechter gedämmten Häusern nicht aus, so dass man mit viel zu hohen Temperaturen fahren muss. Wie soll man da mit ein paar "Bildern" einen Raum vernünftig heizen. Schau dir mal an welche Flächen du für die Heizkörper brauchst und diese haben ein ausgeklügeltes Kovektorensystem um möglichst viel Luft durchzuwälzen und diese zu erwärmen.

Die Strahlungswärme ist angenehm, aber nur wenn man sich unmittelbar davor befindet. Ansonsten trifft diese Strahlungswärme irgendwo auf eine Oberfläche und wärmt diese, aber in viel zu geringem Ausmaß, als dass man das als Heizung bezeichnen könnte.

Will man mit Strom heizen fände ich es netter eine Lampe mit 30 Glühbirnen ins Zimmer zu hängen. Ausbeute genauso hoch, weil auch das erzeugte Licht trifft wo auf eine Oberfläche und wärmt diese wieder. Nur Glühlampen werden nach und nach verboten, Infrarotheizungen darf man noch als Energiewunder verkaufen.
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Re: Infrarotheizungen

Beitragvon winter » Sa Nov 24, 2012 12:11 pm

Wenn man von den Dingen keine Ahnung hat, sollte man besser den Rand halten!
Woher kommen deine haltlosen Behauptungen?
Bist wohl auch einer von jenen Kemptnern oder Heizungsbauer die jede Konkurrenz schlecht machen müssen.

Ich wohne in Südtirol auf 1000m Meereshöhe und mein Haus muss leider 3 Monate ohne Sonne auskommen.
Dementsprechend hoch sind, bzw. waren meine Heizkosten. Seit ich vom Gas auf Infrarotheizung umgestellt habe kostet mich das Heizen nur noch ein Drittel!
Ich beheize 6 Räume auf 2 Stockwerken mit insgesamt 3,8 Kw verbauter Heizleistung. Bei einer durchschnittlichen Einschaltzeit von 8-10 Stunden täglich, bin ich noch nie auf über 30 Kw/h pro Tag gekommen.

Die einzige Alternative wäre wohl mit Holz heizen, aber in Anbetracht des damit verbundenen Aufwandes nichts für mich. Waldbesitzer bin ich auch keiner und somit müsste ich das Holz kaufen.
Alles in allem bin ich super zufrieden mit meiner Infrarotheizung!

Gruss aus Südtirol
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Re: Infrarotheizungen

Beitragvon el muchacho » Mo Nov 26, 2012 5:21 pm

Die Höflichkeit deiner Antwort lässt vermuten, dass sich der 3 monatige Schatten nicht über dein Haus legt. Du bist wohl einer der diesen Müll verkauft. Es gibt physikalische Gesetze die angeblich sogar in Südtirol Gültigkeit haben. Um ein Haus auf eine gewisse Temperatur zu heizen braucht man eine gewisse Leistung. Für eine kWh Strom zahlt man sagen wir mal 17 Cent, Gas ist bereits ab ca. 3,5 Cent pro kWh zu haben. Mehr gibt es dazu eigentlich nicht zu sagen.

Eine Bekannte ist von Einzelöfen auf Infrarotheizung umgestiegen. Nachdem sie im ersten Jahr über 5000 Euro Stromrechnung hatte betreibt sie jetzt wieder Ihre alten Einzelöfen. Diese Geschichte ist zwar genauso erfunden wie deine, aber wenigsten realistisch.
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Re: Infrarotheizungen

Beitragvon winter » Mo Nov 26, 2012 6:25 pm

el muchacho hat geschrieben:Die Höflichkeit deiner Antwort lässt vermuten

Wie man in den Wald hinein ruft, so hallt es wieder zurück.

Mein Verbrauch pro Jahr liegt bei 7000 Kw/h Strom für die Heizung. Bei den von dir erwähnten 17 Cent pro Kw/h wären das dann 1190 Euronen. Das ist dann immer noch viel billiger als mit Gas oder Öl zu heizen. Vorher habe ich immer ca. 1500 - 2000 an Gas verbraucht, obwohl ich die Anlage nur auf Sparflamme laufen ließ.
Ich muss jedoch zugeben, dass mich der Strom nur die Hälfte kostet, da ich an einer Genossenschaft hänge und somit einen super günstigen Strompreis habe. Aber auch bei 17 Cent würde ich keine Minute zögern, mit Strom zu heizen. Schon nur der Umstand, nicht mehr eine Konvektionsheizung, sondern Strahlungswärme zu haben, spricht dafür. Dafür würde ich sogar Mehrkosten hinnehmen. Habe letztes Jahr hin und herüberlegt, ob ich das Haus dämmen sollte, aber diese Investition (50t €) würde sich zu meiner Lebzeit wohl nicht mehr rechnen. So spare ich jetzt halt mit der Infrarotheizung.

Aber ja, nicht jede Infrarotheizung taugt und jedes abenteuerliche Versprechen ist wahr. Eine Heizung kostet immer Geld, da macht die Infrarotheizung keine Ausnahme. Aber es ist eine gute Alternative zu anderen Methoden, auf jeden Fall zu Öl und Gas. Diese sind zwar ähnlich komfortabel, aber in keinster Weise so sparsam.
Bei meinen Überlegungen habe ich natürlich auch an Holz gedacht und sogar diese Heizart wäre für mich teuerer. Ich würde pro Winter schätzungsweise zwischen 10 - 15 qm Holz benötigen, das mich dann 600 - 900 € kosten würde. Also kostet mich schon nur der Brennstoff allein mehr als der verbrauchte Strom. Die Bereitstellung eines trockenen Lagers, die Anschaffung der Scheitholzanlage und nicht zuletzt die Arbeit die für die tägliche Anfeuerung, vergessen wir mal. Und sogar die Scheitholzanlage verbraucht Strom. :)

So, nun habe ich genug geschrieben und möchte es auch dabei belassen, bevor noch der Verdacht aufkommt, das ich Infrarotzheizungen verkaufe :)
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Re: Infrarotheizungen

Beitragvon winter » Do Feb 07, 2013 11:57 am

So, mal ein kurzer Zwischenbericht.
Heute steht auf meinen Zähler 4.200 Kw/h, heize nun seit Anfang Oktober, also schon mehr als 4 Monate.
Muss jetzt meine Schätzung nach unten korrigieren, werde voraussichtlich auf schätzungsweise ca. 6.000 Kw/h für den Winter kommen.
Nächstes Jahr wird es mehr werden, denn da kommt auch noch die Brauchwassererwärmung mit Strom dazu.

Gruss aus Südtirol
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Re: Infrarotheizungen

Beitragvon winter » Sa Apr 06, 2013 12:29 pm

jetzt wo der winter dann doch langsam zu ende geht, wird es zeit für ein fazit.
also mein stromverbrauch seit anfang oktober bis heute beträgt laut stromzähler 5692 kw/h.
module von elbotherm, marmony und magma, ins. 4 kw verbaute heizleistung auf 6 räume verteilt.
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Re: Infrarotheizungen

Beitragvon GärtnerMann » Mo Apr 29, 2013 2:18 pm

Ist dein Fazit denn positiv oder eher verhalten bzw. negativ?
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Re: Infrarotheizungen

Beitragvon Oliver » Di Nov 19, 2013 1:24 pm

Also ein Erfahrungsbericht von meiner Seite aus.

Ich betreibe eine Infrarotheizung in meinem Haus seit 2011 und habe im Jahr ca 12.000 Kw/h Strom in den Wintern 11/12 und 12/13 verbraucht.
Die installierte Heizleistung liegt bei etwa 9kw.
Ich habe 150qm Wohnfläche mit 10 Zimmern und 2 großen Dielen.
Das Haus ist ein freistehendes 2 geschossiges Fachwerkhaus Bj. 1807 ohne irgendeine Dämmung mit Standort nähe Hannover.
Zusätzlich wird noch ein sehr einfacher Kaminofen im Wohnzimmer betrieben, wo noch mal etwa 5rm Holz verbraucht werden.

für mich sehe ich positv daran:
+ "geringe" Anschaffungs- und Installationskosten
+ sehr gute Bedienbarkeit
+ fast lautlos
+ angenehmes Klima

Ich habe mich damals für die Infrarotheizung entschieden aufgrund der geringere Anschaffungskosten und schneller Installation, weil ich bei der Sanierung zeitlich stark begrenzt war und das Budged beachtet werden musste.
Mir war auch bewusst das ich die geringeren Anschaffungskosten mit einer mtl. Mehrbelastung irgendwann Ausgleichen werden.

Bei den aktuellen Preisen stellt sich hier eine Mehrbelastung von ca. 1.500€ im Jahr ein.
Dem gegenüber steht in meinem Fall eine Ersparnis von ca. 11.000,-€.

Würde ich Sie wieder Installieren ??

Kommt auf die Umstände an.

Wäre das Budget damals grösser gewesen, hätte ich zum Heizkessel mit Wandheizung an Innenwänden gegriffen, und wäre damit denke ich mtl. günstiger gefahren.

Stand heute wäre mein Wahl ein Grundofen mit Absorber und Wandheizungen + Gastherme als Backup.

Im Frühjahr 2014 werde ich mein Haus mit Grundofen+Absorber+Wandheizung ergänzen und die IR-Heizungen werden für Lastspitzen bzw. Backup erhalten bleiben.

Gruß

Oliver


PS: Die Heizlast und vorrs. Verbrauchsrechnung des IR-Heizungshersteller lag damals bei einem Verbrauch von ca. 9.000kw/h p.a.
Oliver
 


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